XML-Parserregeln hinzufügen

Trados Studio greift zur Extrahierung von Inhalten aus den wichtigsten Arten von XML-Dateien auf eine standardmäßige Auswahl an Parser-Regeln zurück. Mithilfe der Einstellungen für Parser-Regeln können Sie die Eigenschaften der XML-Parser-Regeln festlegen. Dadurch kann Trados Studio zu übersetzenden Text besser von nicht zu übersetzendem Text trennen und den extrahierten Inhalt richtig anzeigen.

Warum und wann dieser Vorgang ausgeführt wird

Wenn eine Datei gemäß den Erkennungsregeln nicht als einer der Standard-XML-Dateitypen identifiziert wird, wird sie von Trados Studio mit dem Dateityp XML: Any XML aus. Wenn bei der Extrahierung von XML-Inhalten durch Trados Studio nicht die Standard-Parser-Regeln angewendet werden sollen, können Sie einen neuen XML-Dateityp mit benutzerdefinierten Parser-Regeln erstellen. Sie können auch die bestehenden Parser-Regeln für die XML-Dateitypen anpassen, deren Parser-Regeln bearbeitet werden können.

Prozedur

  1. Um die Dateitypeinstellungen zu konfigurieren, gehen Sie zu:
    • Projektansicht > Start > Projekteinstellungen für das aktive Projekt.
    • Datei > Optionen für alle zukünftigen Projekte.
  2. Erweitern Sie die Baumstruktur Dateitypen.
  3. Wählen Sie den XML-Dateityp aus, für den Sie erweiterte XML-Parser-Einstellungen hinzufügen möchten.
  4. Wählen Sie Hinzufügen... aus.
  5. Wählen Sie im Dialogfeld Regel hinzufügen in der Liste Regeltyp einen Regeltyp aus. Trados Studio verwendet XPath, um die zutreffenden Knoten festzulegen. Mit dieser Spezifikation kann Trados Studio die Regel identifizieren; daher dürfen zwei Regeln nicht denselben XPath-Pfad haben. Machen Sie eine der folgenden Angaben:
    • Attribut: Sie können einfach ein Element-Attribut-Paar angeben, auch wenn Sie die XPath-Syntax nicht beherrschen.
    • Element: Sie können einfach den Namen eines Elements angeben, auch wenn Sie die XPath-Syntax nicht beherrschen.
    • XPath: Hier können Sie direkt einen XPath-Ausdruck eingeben.
  6. Gehen Sie unter Eigenschaften wie folgt vor:
    1. Weisen Sie in der Liste Übersetzen einem XML-Element eine Übersetzungseinstellung zu:
      • Immer zu übersetzen: Der Inhalt des XML-Elements kann in der Editoransicht bearbeitet werden.
      • Nicht zu übersetzen: Der Inhalt wird als gesperrter Inhalt angezeigt und kann nicht bearbeitet werden. Wenn ein nicht zu übersetzendes Element ein eigenes Segment bildet, wird es von Trados Studio nur dann angezeigt, wenn auf der Registerkarte Überprüfung der Filter Alle Inhalte ausgewählt ist. Grund dafür ist, dass Sie Segmente, die ausschließlich gesperrte und nicht zu übersetzende Inhalte enthalten, normalerweise nicht zu sehen brauchen.
      • Zu übersetzen (jedoch nicht in geschütztem Inhalt): Zu übersetzen, außer wenn das übergeordnete Element nicht zu übersetzen ist. Im Grunde mit Nicht angegeben identisch.
      • Nicht angegeben: Das Element erbt hinsichtlich seiner Übersetzbarkeit die Einstellung des übergeordneten Elements, wenn eine solche Einstellung vorliegt. Andernfalls lautet die Einstellung Zu übersetzen.
      Inhalte sind zu übersetzen, wenn eine der folgenden Aussagen zutrifft:
      • Der Inhalt unterliegt keiner Parser-Regel.
      • Der Inhalt erhält gemäß der Parser-Regel die Einstellung Zu übersetzen.
      • Der Inhalt erbt die Einstellung Zu übersetzen von seinem Vorgänger.
    2. Legen Sie in der Liste Tag-Typ fest, wie ein Element mit der Parser-Regel angezeigt wird. In Trados Studio kann erzwungen werden, dass dem Übersetzer ein Element als Tag angezeigt wird. Ein Tag kann auch zu übersetzenden Text enthalten. Ein Tag kann wie folgt spezifiziert werden:
      • Inline mit dem Text: Der Inhalt wird dem Übersetzer angezeigt.
      • Struktur-Tag: Das Element erstellt in der Zieldatei eine neue Absatzeinheit.
      • Nicht angegeben: Das Element erbt die Tag-Einstellung des übergeordneten Elements, wenn eine solche Einstellung vorliegt. Andernfalls wird die Einstellung Struktur angewendet.
    3. In der Liste Leerzeichen können Sie auswählen, ob Leerzeichen im Dokument in Trados Studio erhalten oder normalisiert werden sollen. „Erhalten“ bedeutet, dass die Leerzeichen nicht geändert werden. „Normalisieren“ bedeutet, dass die Leerzeichen jeweils durch ein einzelnes Leerzeichen ersetzt werden. Die Normalisierung erfolgt beim Konvertieren der Datei in das *.sdlxliff-Format. Diese Einstellung setzt die Einstellung auf der Seite Leerzeichen für den betreffenden XML-Dateityp außer Kraft.
      • Vom Parent übernehmen. Die Handhabung von Leerzeichen wird vom übergeordneten Element geerbt.
      • Immer erhalten. Leerzeichen werden nicht normalisiert.
      • Normalisieren, außer bei xml:space='preserve'. Leerzeichen werden normalisiert, es sei denn, das Element enthält xml:space='preserve'.
      • Immer normalisieren. Leerzeichen werden immer durch ein einzelnes Leerzeichen ersetzt.
    4. Im Abschnitt Formatierung legen Sie fest, welche Formatierung für Inline-Tags gilt und wie der Inhalt eines Inline-Tags in der Editoransicht angezeigt wird. Zum Beispiel könnten Sie einen Text in einem Inline-Tag-Paar <b> ... </b> als Fettdruck anzeigen. Wählen Sie Bearbeiten und dann eine der folgenden Optionen aus:
      • Übernehmen – Wendet den für das übergeordnete Element angegebenen Schriftschnitt an, wenn eine solche Einstellung vorliegt.
      • Aktivieren – Wendet diesen Schriftschnitt auf den Text an.
      • Deaktivieren – Wendet diesen Schriftschnitt nicht auf den Text an.
    5. Lassen Sie das Feld SID-XPath leer. Diese Option wird nur von WorldServer genutzt und ist nicht relevant, wenn Ihr Projekt nur in Trados Studio verwendet wird. Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation zu WorldServer.
    6. Im Bereich von Struktur-Info können Sie zusätzliche Angaben zum Kontext von Strukturelementen in den XML-Dateien machen. Sie können mit Struktur-Informationen auch steuern, wie der Inhalt von Struktur-Tags in der Editoransicht von Trados Studio angezeigt wird. Klicken Sie zum Ändern der strukturellen Eigenschaften von XML-Elementen neben dem Feld Struktur-Info auf Bearbeiten. Diese Informationen können dann in der Ansicht Editor in der Dokumentstruktur sowie im Dokumentstrukturbaum dargestellt werden.
  7. Wählen Sie OK aus.